
Die Transaminasen ASAT und ALAT sind Enzyme, die in den Leberzellen sowie in den Zellen des Herzens, der Muskeln und der Nieren vorhanden sind. Wenn diese Zellen beschädigt werden, gelangen die Enzyme ins Blut und ihr Wert steigt an. Bei Kindern bedeutet ein erhöhter Wert, der bei einer Blutuntersuchung festgestellt wird, nicht automatisch eine schwere Erkrankung, er erfordert jedoch immer eine alters- und kontextgerechte Interpretation.
Normen der Transaminasen bei Kindern: andere Werte als bei Erwachsenen
Die im Labor verwendeten Referenzwerte sind oft auf Erwachsene kalibriert. Ein Wert, der bei einem 40-jährigen Mann als normal angesehen wird, kann bereits bei einem 6-jährigen Kind eine Anomalie darstellen und umgekehrt. Die Grenzwerte variieren je nach Alter, Geschlecht ab der Pubertät und manchmal auch je nach Dosierungstechnik des Labors.
Eine häufige Falle besteht darin, das Ergebnis des Kindes direkt mit den auf dem Analysebericht angegebenen Bereichen zu vergleichen, die meistens den Normen für Erwachsene entsprechen. Ein ALAT-Wert, der leicht über dem oberen Grenzwert für Erwachsene liegt, kann bei einem Säugling physiologisch sein, während ein Wert, der im oberen “normalen” Bereich bei einem Jugendlichen liegt, manchmal einer Überwachung bedarf.
Wenn erhöhte ASAT und ALAT bei einem Kind festgestellt werden, vergleicht der Arzt systematisch das Ergebnis mit dem Alter, dem Gewicht und dem klinischen Zustand, bevor er zu einer Schlussfolgerung kommt.
Pädiatrische metabolische Steatose: eine stark zunehmende Ursache

Die Mitbewerber befassen sich umfassend mit viralen Hepatitiden, Alkohol und hepatotoxischen Medikamenten. Diese Ursachen sind nach wie vor relevant, betreffen jedoch überwiegend Erwachsene. Bei Kindern ist die metabolische Steatose der Leber (MASLD) eine der häufigsten Lebererkrankungen geworden, die durch die Zunahme von Übergewicht und Bewegungsmangel in der jungen Bevölkerung gefördert wird.
Der Begriff MASLD (metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease) ersetzt die frühere Bezeichnung NAFLD. Er bezeichnet eine Ansammlung von Fett in der Leber, die mit einem metabolischen Syndrom verbunden ist, ohne Alkoholkonsum. Bei übergewichtigen oder fettleibigen Kindern sollte ein moderater, aber über mehrere Monate anhaltender Anstieg der ALAT auf diese Diagnose hinweisen.
Der entscheidende Punkt: Diese Steatose verläuft oft ohne sichtbare Symptome. Das Kind klagt über nichts, zeigt weder Gelbsucht noch Bauchschmerzen. Nur die Blutuntersuchung zeigt die Leberbeteiligung. Eine spezialisierte Konsultation (Pädiater oder pädiatrischer Hepatologe) ermöglicht dann die Bestätigung der Diagnose, oft durch Ultraschall, und die Einleitung einer Ernährungsbehandlung in Verbindung mit einer Wiederaufnahme der körperlichen Aktivität.
Pädiatrische Medikamente und obligatorische Leberüberwachung
Einige in der Pädiatrie verschriebene Behandlungen erfordern eine regelmäßige Überwachung der Transaminasen. Diese Überwachung existiert, weil die Leber des Kindes Medikamente anders metabolisiert als die des Erwachsenen, mit einer variablen Empfindlichkeit je nach Alter und enzymatischer Reifung.
Zu den Situationen, die eine regelmäßige Dosierung rechtfertigen:
- Antiepileptika, von denen einige (insbesondere Valproinsäure) ein höheres Risiko für Hepatotoxizität bei kleinen Kindern als bei Erwachsenen aufweisen.
- Biotherapien und Immunsuppressiva, die bei chronischen entzündlichen Erkrankungen des Kindes eingesetzt werden und eine Leberuntersuchung vor Beginn sowie in regelmäßigen Abständen erfordern.
- Langzeitantibiotika oder systemische Antimykotika, die bei bestimmten komplexen Infektionen verschrieben werden und einen vorübergehenden Anstieg der Transaminasen verursachen können.
Ein Anstieg unter Behandlung führt nicht zwangsläufig zur Absetzung des Medikaments. Der Arzt bewertet das Verhältnis von Nutzen und Risiko: Wenn der Anstieg moderat und stabil bleibt, kann die Behandlung unter enger Überwachung fortgesetzt werden. Im Gegensatz dazu erfordert ein schneller Anstieg, der mehrfach über dem Normalwert liegt, eine dringende Fachmeinung.
ASAT/ALAT-Verhältnis bei Kindern: was das Verhältnis anzeigt

Über den Rohwert hinaus liefert das Verhältnis zwischen ASAT und ALAT eine diagnostische Orientierung, die in allgemeinen Artikeln im pädiatrischen Kontext selten erwähnt wird.
Wenn die ALAT deutlich dominieren (ASAT/ALAT-Verhältnis unter 1), ist die Schädigung in der Regel rein hepatologisch: Steatose, beginnende virale Hepatitis, medikamentöse Toxizität. Dieses Profil ist bei Kindern am häufigsten.
Wenn die ASAT dominieren (Verhältnis über 1), muss eine extrahepatische Ursache in Betracht gezogen werden. Da ASAT in den Skelettmuskeln und im Herzen vorhanden sind, kann intensive körperliche Anstrengung oder eine Myopathie die ASAT erhöhen, ohne dass die Leber betroffen ist. Bei einem sportlichen Kind, das von einem intensiven Training zurückkommt, bedeutet ein isolierter Anstieg der ASAT nicht unbedingt ein Leberproblem.
Die ergänzende Dosierung der CPK (Kreatinphosphokinase) ermöglicht eine Entscheidung: Wenn die CPK ebenfalls erhöht sind, ist eine muskuläre Herkunft wahrscheinlich. Diese Dosierung ist einfach und kann mit der gleichen Blutentnahme durchgeführt werden.
Wann bei erhöhten Transaminasen bei Kindern dringend konsultiert werden sollte
Nicht jede Erhöhung der Transaminasen rechtfertigt eine dringende Konsultation. Die Unterscheidung beruht auf drei konkreten Kriterien:
- Die Höhe des Anstiegs: Ein Wert, der mehr als zehnmal über dem Normalwert liegt, deutet auf eine akute Hepatitis (viral, toxisch oder autoimmun) hin und erfordert eine schnelle Behandlung.
- Die damit verbundenen klinischen Symptome: Ikterus (Gelbfärbung der Haut oder Augen), starke Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen, plötzliche Müdigkeit oder Verwirrtheit deuten auf eine schwere Leberbeteiligung hin.
- Die Geschwindigkeit des Auftretens: Ein plötzlicher Anstieg innerhalb weniger Tage ist besorgniserregender als ein moderater Anstieg, der bei einer Routineuntersuchung entdeckt wird.
In Abwesenheit von Symptomen und bei einem moderaten Anstieg besteht der übliche Ansatz darin, die Werte nach einigen Wochen erneut zu überprüfen. Ein anhaltender Anstieg über sechs Monate rechtfertigt eine vollständige ätiologische Untersuchung, einschließlich viraler Serologien, autoimmuner Untersuchung, Leberultraschall und manchmal eine Konsultation in der pädiatrischen Hepatologie.
Ein Wert, der sich bei der nächsten Kontrolle spontan normalisiert, entspricht meist einer vorübergehenden Ursache: banale Virusinfektion, Muskelanstrengung, einmalige Einnahme eines Medikaments. In diesem Fall sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich, aber der behandelnde Arzt bleibt der richtige Ansprechpartner, um die angemessene Überwachung für jede Situation zu entscheiden.